Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie

Sarah Diefenbach hält am Mittwoch, den 29. September, 8:30 Uhr einen Vortrag zum Thema “Usability versus Schönheit. Was wiegt schwerer für Produktwahl und Erleben?” in  der Arbeitsgruppe “Mensch-Maschine Interaktion I: Usability und User Experience”.

Mittlerweile ist Usability als wichtiges Attribut interaktiver Produkte breit akzeptiert: Firmen richten spezielle Usability-Abteilungen ein, Studien kommen immer wieder zum Ergebnis, dass Technik vor allem einfach sein muss. Doch wie wichtig erscheinen vor der Nutzung, im Moment der Produktwahl, pragmatische Attribute wie Usability im Vergleich zu hedonischen Attributen wie Schönheit? Und was macht später glücklicher? Dies wurde in zwei Studien am Beispiel der Wahl eines Mobiltelefons untersucht. Studie 1 (N=118) zeigte, dass zwar die Mehrheit (69%) das eher pragmatische Modell wählt (c2(1)=16,41; p<.001), doch der positive Affekt ist höher bei Wahl des hedonischen Modells (M=2,91 vs. 2,59; T(116)=1,99; p<.05). Dieses “Beauty Dilemma” lässt sich mit Rechtfertigungsdruck erklären. Um dies zu prüfen, bekamen Teilnehmer der zweiten Studie (N=125) jeweils das nicht gewählte Modell – mit der Begründung, das gewählte Modell sei doch nicht mehr verfügbar. Falls Personen aus Rechtfertigungsgründen pragmatisch wählten, aber insgeheim das hedonische Modell präferieren, sollten diese über den Tausch weniger enttäuscht sein. Tatsächlich überwiegt bei Personen, die unfreiwillig das hedonische Modell erhalten, der positive Affekt (M=2,09 vs. 1,77) und bei ursprünglichen Hedonisch-Wählern der negative Affekt (M=1,88 vs. 2,01), die Interaktion ist signifikant F(1,123)=7,93; p<.01). Obwohl hedonische Attribute wichtig fürs Produkterleben sind, werden sie bei der Wahl systematisch abgewertet.

Wer mag, trifft Sarah dort!

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